Hat einer der besten Pizzas, die ich je gegessen habe.
Marktbesuch bei der Kreuzfahrt
UNESCO Kulturerbe und spirituelles Zentrum des Landes
Die größte Höhle der Welt, durch die man mit einem Boot fahren kann (15km)
Schon bevor wir nach Laos kamen, haben wir in einer Doku die „Mekong Cruises“ gesehen, betrieben von Lernidee.de. Es werden mehrere Touren in kleinen, mit Holz verkleideten Kreuzfahrtschiffen angeboten, etwas über 20 Personen haben darauf Platz. In der Heimat buchten wir es noch nicht, da es kostspielig ist und wir auch nicht wussten, wann wir zirka in der Gegend sein werden. Aber wir hatten Glück und es war kurzfristig noch die 5 Tages Tour von Vientiane nach Luang Prabang frei. Das sahen wir als Zeichen des Schicksals und buchten – müssen wir halt sonst etwas sparen.
Es hat sich voll gelohnt. Das Service und die Betreuung waren top. Dazu kam, dass wir eine Kreuzfahrt mit nur insgesamt 11 Reisenden erwischten und es eine super Gruppe war. Die Teilnehmer:innen kamen aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland und wir hatten viel Spaß miteinander. Da viele schon weit gereist waren, hatten wir immer wieder sehr interessanten Austausch über die bisherigen Reiseziele und wie sie sich zum Teil verändert haben. Ein Paar bleibt mir besonders in Erinnerung, da sie zu Zeiten in Länder gereist sind, von denen ich nicht dachte, dass es möglich ist. Sie waren zum Beispiel in Kambodscha bei Ankor Wat, als dort noch nicht mal alle Minen geräumt waren. Ich war sehr beeindruckt von ihren Erzählungen.
Die Kreuzfahrt
Am Mekong dahin zu schippern ist für uns Gäste eine absolute Tiefenentspannung. Gemächlich zieht die wunderschöne Landschaft an beiden Seiten vorbei, alles rundherum ist Natur pur. Es stören keine Strommasten oder -kabel und nur selten sieht man Anzeichen von Zivilisation am Ufer, weitaus öfter sieht man Wasserbüffel. Perfekt um zu relaxen und die Natur einfach auf sich wirken zu lassen. Der Mekong ist ein unregulierter Fluss, eine Seltenheit für uns, da man das in Europa nicht mehr so oft findet.
Für die Kapitäne schaut das ganz anders aus. Da sich der Wasserstand des Mekongs fast täglich ändert, ist es eine herausfordernde Route. Nur wenige verfügen über das Wissen und über die Erfahrung, um ein Boot unter diesen Bedingungen sicher über den Mekong zu steuern. Einmal mussten wir einem – von einem Goldgräberschiff – gespannten Seil ausweichen. Da war es dann so seicht, dass unsere beiden Schiffsschrauben kaputt wurden. Was in Europa wahrscheinlich zum Ende der Kreuzfahrt geführt hätte, wurde hier innerhalb weniger Stunden von den Mechanikern repariert und die Fahrt konnte wie geplant weiter gehen.
Das Programm der 5 Tage ist ausgewogen gestaltet. Man hat viel Zeit am Boot um die schöne Landschaft aufzunehmen. Unterbrochen von absolut köstlicher Verpflegung. Morgens und Mittags gabs ein Buffet, am Nachmittag Kaffee und Kuchen und am Abend konnte man beim 4 Gänge Menü zwischen 2 Hauptspeisen wählen. Es wurden sowohl laotische als auch europäische Speisen angeboten und der Chefkoch übertraf sich jedes Mal aufs Neue. Abgenommen hat da sicher keiner.
Ein Highlight war das Barbecue am Strand. Während wir an einer geschützten Stelle im Mekong baden konnten, dekorierte die Mannschaft innerhalb kurzer Zeit eine Sandbank wunderschön mit Bananenblättern und Lampen und ein BBQ im Freien wurde organisiert. Zur Verdauung gab es Lao Whiskey. Nach dem Essen konnte man an einem kurzen traditionellen Tanz teilnehmen und eine Laterne steigen lassen. Die Mannschaft unterhielt uns mit zwei laotischen Liedern. Da wir eine lustige Gruppe waren, wurde gemeinsam weiter gesungen, erst spät ging dieser launige Abend zu Ende.
Während der gesamten Tage gab es immer wieder Ausflüge und auch kurze Vorträge. Einen Nachmittag zeigte uns der Chefkoch wie man Laab (kalten Fleischsalat) und den typischen Papaya Salat zubereitet.
Die restlichen Aktivitäten waren:
Sightseeing
Der Markt Sanakham und das Dorf Ban KokSan
An einem Tag besuchten wir mit Tuk-Tuks den Markt von Sanakham. Da wir beide bereits auf einigen lokalen Märkten waren, war das jetzt nichts Neues. Aber wir erfuhren einige Namen von lokalen Gemüsesorten. Ich lernte auch, dass es die unterschiedlichsten Arten von Melanzani gibt. In Laos verwenden sie zum Beispiel gerne eine eiergroße grüne mit härterer Schale, die als Ganzes mitgekocht werden.
An einem anderen Tag besuchten wir das Dorf Ban KokSan, in dem eine Gemeinschaft des Bergvolks der Hmong lebt. (Es kommt noch ein eigenen Bericht zu Land und Leute, der mehr über die verschiedenen Gruppen erzählt.)
Dieses Dorf wird vom Kreuzfahrtveranstalter seit einem auch finanziell unterstützt, davor wurde ein anderes Dorf besucht und unterstützt. Mit Hilfe des Veranstalters konnte zum Beispiel eine Schule und eine Wasserversorgung gebaut werden. Auf dieses Engagement wurde öfters hingewiesen und es ist sicher lobenswert. Auf der Lernidee Website findet man eine Seite zur Nachhaltigkeit, weitere Infos zur angeführten Stiftung oder Zahlen zur Unterstützung ließen sich aber nicht finden. Es ist gut, dass sie einen ökologischen Ansatz haben und die lokale Bevölkerung unterstützt wird. In welchem Ausmaß auch immer.
Der Spaziergang durchs Dorf dauerte eine gute halbe Stunde und vor jedem zweiten Haus verkauften die Familien Armbänder. Ich fand es sehr interessant so nahe an die tatsächliche Lebensrealität vieler Laoten zu kommen. Auf der anderen Seite war es komisch, wenn es für uns Touris so zur Schau gestellt wird, oder werden muss. Aber es ist ein Sehen und Gesehen werden, denn zumindest die Kinder waren genauso neugierig aufs Boot und auf uns, wie wir auf sie.
Die Baci Zeremonie
Wir hatten eine zweite wirklich coole Gelegenheit etwas ins lokale Leben einzutauchen, denn an einem Abend organisierte unser Reiseleiter Ben eine traditionelle Baci Zeremonie am Boot, an der wir teilnahmen.
Diese Baci-Zeremonie wird immer dann durchgeführt, wenn es zu größeren Änderungen im Leben kommt, also zB vor einer Hochzeit, bei einem Umzug, bei längeren Reisen, usw. also irgendwie perfekt für uns.
Der Hintergrund der Zeremonie ist, dass die Laoten glauben, dass 32 Geister in jedem menschlichen Körper wohnen. Bei größeren Veränderungen kann es sein, dass nicht alle Geister mitkommen und wenn einer fehlt, dann bringt das den Körper in ein Ungleichgewicht. Die Baci Zeremonie holt die fehlenden Geister zurück und stellt das Gleichgewicht wieder her.
Zur Durchführung kamen ca. 12 Personen aus einem Dorf auf unser Boot: zwei Männer, mehrere ältere Frauen und mehrere Kinder. Die Frauen legten einen Teppich aus und bauten einen kunstvollen „Blumenstrauß“ aus Bananenblättern und orangen Blumen auf, ein traditionelles Gebinde für spirituelle Handlungen. Dieser kam in die Mitte des Teppichs. Danach setzten wir Erwachsenen uns alle rund um dieses Gesteck (die Kinder waren, glaube ich, nur aus Neugierde mit) und einer der Männer, der länger in einem Tempel gelebt hat, begann buddhistische Schriften zu rezitieren.
Danach wurden Gebete gesprochen, dabei war es wichtig, dass alle mit dem Blumengebinde in der Mitte verbunden sind. Das heißt jede:r in Reichweite griff hin, die hintere Reihe von uns Touristen berührte die vordere Reihe usw.. Bei Baci Zeremonien mit ganz vielen Menschen wird ein langer Baumwollfaden benutzt, damit jeder eine Verbindung zum Zentrum hat. Eine wunderschöne Symbolik der Gemeinsamkeit.
Im letzten Teil der Zeremonie werden jedem Teilnehmer von den Dorfbewohnern Baumwollbänder um das Handgelenk gebunden, bei jedem Band wird ein Wunsch für den Empfänger ausgesprochen. Keine Ahnung was man uns alles gewünscht hat, aber werden schon lauter gute Sachen gewesen sein. Wir waren einigermaßen überrascht, dass nach einem Band nicht Schluss war. Die Devise dürfte eher gewesen sein, keine Bänder mehr mit nach Hause zu nehmen, denn ich hatte am Ende ca. 15 Bänder aufgeteilt auf beide Handgelenke. Mit so viel guten Wünschen, kann auch bei unserer langen Reise schon fast nichts mehr passieren, oder?
Die Bänder sollen mindestens 3 Tage nicht abgenommen werden. Wobei, wenn man so viele hat, gibt es die Regel, dass die meisten vorsichtig abgenommen und sorgsam aufbewahrt werden dürfen, aber ein paar der Bänder bleiben oben. (Die Zeremonie ist nun fast 2 Wochen her und ich bin durch 2 Bänder noch immer gut geschützt unterwegs.)
Es war wunderbar, an solch einer Zeremonie teilnehmen zu dürfen.

Der Staudamm
Am vorletzten Tag passierten wir den Xayaburi Staudamm, der von einem europäischen Konsortium (mit finnischer, österreichischer und anderen Beteiligungen) gebaut wurde und der Stromerzeugung dient. Der Betreiber ist eine thailändische Subfirma eines japanischen Konzerns, finanziert wurde der Bau ebenfalls von Thailand. Laos hat das ehrgeizige Ziel, der „Akku von Südostasien“ zu werden. Die meiste Energie des Staudamms (jährlich ca. 7.000 Gigawatt) wird momentan nach Thailand exportiert, ca. 400 Gigawatt bleiben im Land. Laut unserem Reiseleiter kommen die Einnahmen auch großteils in Laos an. Zum Vergleich: Ӧsterreich verbraucht in den Wintermonaten ca. 5.500 Gigawatt pro Monat.
Der Damm ist ein gewaltiges Bauwerk mit 32 Meter Höhe und 820 Meter Breite. Von der Konstruktion her ist es sehr ähnlich zum großen Kraftwerk Freudenau in Wien. Das Wasser rinnt ständig in geringen Maßen durch, um der Umwelt möglichst wenig zu schaden und eine Fischtreppe gibt es ebenfalls. Die Schleuse für die Schiffe wirkt im Vergleich winzig, sie ist gerade mal ca. 15 Meter breit.
Es war (außer beim Schaden mit den Schiffsschrauben) das einzige Mal, dass die Mannschaft etwas „hektischer“ wurde. Denn unser Schiff hatte keine Fender, daher wurde mit dem Allzweckwerkzeug Bambusstange immer wieder darauf geschaut, dass das Schiff nicht an den seitlichen Begrenzungen schrammt. Die Schleusendurchfahrt dauert zirka eine Stunden und nach den 2 Schleusenstufen ändert sich das Bild der umgebenden Landschaft merkbar. Durch das höhere Fahrlevel wirken die Berge nicht mehr so dominant, und das Ufer liegt näher am Fluss und nicht mehr bis zu 15 Meter höher.
Die Kuang Si Wasserfälle & das Kragenbären Schutzzentrum
Am letzten Tag, kurz vor unserem Ziel Luang Prabang, besuchten wir noch die Kuang Si Wasserfälle und das angeschlossene Schutzzentrum für Mond- und Sonnnenbären, einer Art der Kragenbären.
Die Wasserfälle sind eine der bekanntesten Attraktionen von Laos, darum war unserem Reiseleiter wichtig, dass wir schon um 08:30 aufbrachen. Es zahlte sich aus, da wirklich noch wenig andere Touristengruppen vor Ort waren. Rund um die Wasserfälle und die Pools ist ein Wegenetz angelegt und Infotafeln informieren über die lokale Flora und Fauna. Der Hauptwasserfall, mehrgeteilt und ca. 30 Meter hoch, ist beeindruckend. Danach fließt das Wasser in mehreren Stufen weiter und bildet immer wieder kleine Pools – in einigen davon darf man auch baden. Das Wasser hat eine wunderschöne blau-grüne Farbe, die sich je nach Sonneneinfall immer wieder ändert.
Das Bären Schutzzentrum ist recht klein, aber nett gemacht. Es gibt 2 Aussichtsplattformen von denen aus man ins Bärengehege sieht. Je früher man dort ist, desto größer sind die Chancen, aktive Bären zu erleben, denn später am Tag schlafen sie vorwiegend. Info- und Schautafeln zeigen etwas von der Lebensweise, den Gebieten und den Gefahren für Bären – nicht nur für die Kragenbären, sondern auch für andere Bärenarten. Am Ende kann man den Verein, der das Zentrum betreibt, finanziell unterstützen und / oder ein T-Shirt kaufen. Richtig, wir haben nun ein weiteres neues T-Shirt im Gepäck.
In der Nähe befindet sich noch ein Schmetterlingsgarten, der auch sehr schön sein soll. Wir hatten leider nur 3 Stunden Zeit, da ging es sich nicht mehr aus diesen zu besuchen. Für den gesamten Ausflug (Wasserfälle, Bärenzentrum, Schmetterlingspark) sollte man sich einen guten halben Tag Zeit nehmen.


Ich finde es super was ihr alles erlebt und bin froh, dass es euch gut geht!
Die Fotos vom Strand mit den Laternen, die man steigen lassen kann, hab ich schon bewundert und kann mir gut vorstellen wie schön es ist das alles mit eigenen Augen zu bestaunen.
Habt es weiterhin fein und kommt gesund und munter zurück!