Die heilige Stadt Luang Prabang – UNESCO Weltkulturerbe

Berichte aus Laos

November 2024

Nachtmarkt Vang Vieng
Wat That
Wat Kong
Tham Xang Hoehle
Tham Nan - Tubing
Pool House Hostel
Blue Lagoon 3
Green Restaurant

Hat einer der besten Pizzas, die ich je gegessen habe.

Sanakham

Marktbesuch bei der Kreuzfahrt

Xayaburi-Staudamm
Kuang Si Wasserfälle
Luang Prabang

UNESCO Kulturerbe und spirituelles Zentrum des Landes

Nightmarket Luang Prabang
Wat Xieng Thong
Wat Sensoukharam
Phousi Hill
UXO Center
Traditional Arts and Ethnology Center (TAEC)
Heuan Chan Heritage House
National Museum
The Rock Lodge
Batman Guesthouse
DaViKa Hotel
Konglor Höhle

Die größte Höhle der Welt, durch die man mit einem Boot fahren kann (15km)

Spring River Resort Laos
Buddha Park Vientiane
Vientiane Nightmarket
That Dam Stupa
Wat Si Saket
Ho Phrakeo
Pha That Luang
Patuxai
Nakai Nam Theun Nationalpark
Thafalang
Pakse
Bolaven-Plateau
Tad Fane Wasserfall und Zipline
Tad Gneuang Wasserfall
Don Det
Moon by Night Bungalows

Heute nehme ich euch mit auf einen Besuch in Luang Prabang, das spirituelle Zentrum von Laos. Diese charmante Stadt, die zum UNESCO-Welterbe gehört, hat mich mit ihrem einzigartigen kulturellen Erbe und ihrem französischen, kolonialen Flair in ihren Bann gezogen.

Wir haben im Zen NamKhan Riverside Hotel gewohnt. Einer netten Unterkunft, etwas abseits des Zentrums, die alles hatte, was wir brauchten.

Die Geschichte der Stadt

Luang Prabang wurde im 14. Jahrhundert gegründet und entwickelte sich unter der Herrschaft von König Fa Ngum zur Hauptstadt des Königreichs Lane Xang Hom Khao (dem „Reich der 1 Million Elefanten und der weiße Schirm“). Der Name Luang Prabang bedeutet „der große Buddha“ und bezieht sich auf eine bedeutende Statue, die hier verehrt wird. Während des 16. Jahrhundertes erlebte die Stadt eine kulturelle Blütezeit, geprägt durch den Bau wichtiger Tempel wie Wat Xieng Thong und die Festigung des Theravada-Buddhismus.

Im späten 19. Jahrhundert wurde Luang Prabang Teil von Französisch-Indochina, was zu einem Einfluss europäischer Kultur und Architektur führte. Nach der Unabhängigkeit von Frankreich 1954 und der kommunistischen Revolution 1975 verlor die Stadt ihren Status als Hauptstadt, erlangte jedoch 1995 den Titel UNESCO-Weltkulturerbe. Heute ist Luang Prabang für ihre gut erhaltene koloniale Architektur, die Vielzahl an Tempelanlagen und ihre idyllische Lage zwischen dem Mekong und dem Nam Khan bekannt.

Wat Xieng Thong – der älteste Wat der Stadt

Der „Tempel des goldenen Stadt-Palastes“, ist einer der bedeutendsten und schönsten buddhistischen Tempel in Luang Prabang. Er wurde ab 1560 erbaut und gilt als ein herausragendes Beispiel für die laotische Architektur. Noch heute dient er als Vorlage für neue Tempelbauten oder Restaurierungen in der Stadt. Der Tempel beeindruckt mit seinen charakteristischen, geschwungenen Dächern und kunstvollen Verzierungen, darunter filigrane Holzschnitzereien und Mosaike, die Szenen aus dem Leben Buddhas darstellen.

Ebenfalls am Gelände befindet sich die Begräbniskapelle, in der der königliche Begräbniswagen ausgestellt ist. Es handelt sich dabei um eine prachtvolle Kutsche, mit drei großen Urnen, die von Nagas gezogen wird. In den Urnen befinden sich die Überreste einiger Mitglieder der königlichen Familie. Der Pavillon wurde passgenau um die Kutsche herum gebaut. Laut den dortigen Infos, soll die Kutsche zwar trotzdem hinausfahren können, aber wie sich das ausgehen soll bleibt uns ein Rätsel.

 

Wat Sensoukharam – Ein verstecktes Highlight zum Schmunzeln

Ein weiterer Tempel, den wir besuchten, war der Wat Sensoukharam. Wir kamen durch Zufall hin, da er gerade geschmückt wurde und festliche Musik aus Lautsprechern ertönte, dachten wir uns, wir schauen mal rein. Es war eine Stippvisite, allerdings mit einem Highlight. Gleich vis-a-vis vom Eingang steht nämlich ein alter VW-Käfer in einer Glasvitrine. Er war das Dienstfahrzeug eines verstorbenen Abts. Ein überraschender Anblick, der uns herzlich zum Lachen brachte.

 

Mount Phousi – 355 Stufen für einen guten Ausblick

Nach dem Besuch des Wat Xieng Thong machten wir uns auf den Weg zum Mount Phousi. Dieser kleine Berg bietet einen herrlichen Blick über die Stadt und die umliegenden Landschaften. Der Aufstieg auf die 355 Stufen war zwar schweißtreibend, aber zahlt sich aus. Oben gibt es eine versteckte frühere Eremiten Höhle, und auf der Bergspitze einen kleinen Tempel. Der Weg ist gesäumt von Buddha Darstellungen.

Wie wir oben waren, waren auch einige chinesische Gruppen unterwegs, leider teilweise mit wenig Respekt für die laotische Kultur. Sie machten Fotos, die sie zeigen wie sie (auch Frauen) Mönche umarmen oder ihnen die Hände schütteln. Ein No Go, da Mönche nicht berührt werden dürfen.

Wir waren knapp vor Sonnenuntergang wieder unten und beobachteten dann noch mit viel Spass die Touristengruppen, die gerade hinauf- oder hinuntergingen, oder auf ihren Transport warteten. Rund um den Sonnenuntergang ist übrigens Stauzeit in Luang Prabang, denn es gibt nur zwei Hauptstraßen und eine davon ist dann mit den Touri-Bussen verstopft.  

 

ßDer Bettelgang der Mönche – zum touristischen Spektakel verkommen

Einer meiner Höhepunkte in der Stadt war der Bettelgang der Mönche am frühen Morgen. Ein altes religiöses Ritual, das schon jahrhundertelang gepflegt wird. Ursprünglich eine einheimische Tradition, mittlerweile ist es wohl DIE Touristenattraktion der Stadt.

Ich machte mich recht früh, um halb 5 am Morgen, auf den Weg. Mir gefiel es sehr, in der noch schlafenden Stadt unterwegs zu sein, alles war ruhig nur wenige Menschen unterwegs. Eine ganz eigene Atmosphäre. Gegen 5 beginnen die Aufbauarbeiten: Frauen stellen in zwei Straßen hunderte Plastikhocker auf und platzieren davor die Gaben für die Mönche. Das sind meist Klebreis und Süßigkeiten. Noch ist alles friedlich, aber gegen halb 6 fallen dann die Touristen in Busladungen ein.

Brav setzen sie sich auf die Hocker, bekommen eine Schleife umgebunden und Instruktionen für das Überreichen der Gaben. Die wichtigste davon ist, die Mönche dabei nicht zu berühren. Gegen 6 Uhr gehen dann ca. 200 Mönche durch und sammeln die Gaben in ihren Schalen ein. Allerdings ist das Ganze nicht mehr sehr spirituell oder idyllisch, denn die zahlenmäßig weit überlegenen Touris halten wenige Abstand ein. Sie halten den Mönchen ihre Handys, Fotoapparate und GoPros ins Gesicht um das beste Foto zu bekommen.

Trotzdem ist es ein Erlebnis das zu sehen – sowohl wegen der Mönche, als auch wegen der Touristen. Am Ende der Straße sah ich ein paar Einheimische, die das ursprüngliche Ritual hochhalten. Ein schöner Anblick.

Nach einer guten halben Stunde ist das Spektakel vorbei und die Touristen werden wieder weggekarrt. Ich blieb noch etwas, um das Erlebte auf mich wirken zu lassen. Die Straßen waren wieder leer und ruhig, das Aufräumen der Hocker usw. erledigten die laotischen Frauen schnell.

 

Das UXO Museum – Eine wichtige Erinnerung

Ein bewegender Moment war der Besuch des UXO-Museum. UXO steht für „unexploded ordenance“, also Blindgänger. Laos war im Vietnamkrieg zwar neutral, aber das hielt die Amerikaner nicht davon ab, die im Land vermuteten Nachschubwege und Verstecke der Vietcong in einer geheimen Mission zu bombardieren. Mehr dazu im Bericht „Land und Leute“, der bald kommt.

Das Museum zeigt die Arbeit der NGO UXO, die sich in drei Teile gliedert: das Räumen von Blindgängern, die Aufklärung über die Gefahren und das richtige Verhalten, und die Hilfe für Opfer von Blindgängern.

Das UXO Museum ist ein berührender Ort, gerade die Filmvorführung und die Geschichten auf den Plakaten an den Wänden zeigen deutlich die Auswirkungen des Krieges. Aber es zeigt auch, dass es Hoffnung gibt. Ein Künstler macht z.B. aus Granatenhüllen Kunstwerke, die ebenfalls ausgestellt sind.

Die Blindgänger sind noch lange nicht alle geräumt. Wer diese Arbeit unterstützen möchte kann gerne bei einer der vielen NGOs, die Minen räumen, spenden. Direkt auf der UXO Seite geht das leider noch nicht.

 

Das Traditional Arts and Ethnology Center (TAEC) – Ein Blick auf das Erbe

Weiter ging es zum Traditional Arts and Ethnology Centre (TAEC). Es liegt etwas versteckt, ist den Besuch aber wert. Im ersten Teil der Ausstellung werden verschiedene Bevölkerungsgruppen von Laos kurz vorgestellt. Außerdem werden traditionelle Gewänder, Musik und Arbeitsmaterialien ausgestellt.

In einem zweiten Raum geht es um die traditionellen Kleidungsmuster der verschiedenen Ethnien. Hier wird auch die Problematik aufgegriffen, dass internationale Modeketten schamlos diese Traditionen kopieren und vermarkten, ohne Einwilligung oder Kompensation für die Laoten. Auch dazu gibt es mehr Infos im Beitrag „Land und Leute“, der bald kommt.

 

Der Nachtmarkt – einmal anders

Während unseres Aufenthalts in Luang Prabang besuchten wir zweimal den Nachtmarkt. Im Gegensatz zu allen anderen Märkten dient er nicht dazu, dass Einheimische hier einkaufen und essen können, sondern ist ein Markt für qualitative Souvenirs und Handwerk. Es wird darauf geachtet, dass die Waren in Luang Prabang oder zumindest in Laos hergestellt werden und nicht von Thailand oder China zugekauft werden.

Beim Durchschlendern sieht man viel Schönes, und hinter dem Markt liegen Restaurants und Kunstläden. Im Markt gibt es natürlich auch einen zentralen Platz mit Essensständen, sonst wäre er ja  nicht vollständig. Ein netter Fleck, den man sich unbedingt ansehen sollte.

 

Das Heuan Chan Heritage House – Ein Stück Tradition

Auf unserer Erkundungstour besuchten wir auch das Heuan Chan Heritage House. Dabei handelt es sich um ein 100 jähriges Kaufmannshaus mit kleinem Garten, das original erhalten ist.

Es liefert als Freilichtmuseum einen  Einblick in das Leben vergangener Zeiten. Die historischen Räume und Möbel sind erhalten und Schautafeln liefern einiges an Informationen.

So erfuhren wir zum Beispiel, dass es (früher) in laotischen Häusern immer einen gut sichtbaren Kasten mit Bettwäsche gab, dieser diente dazu zu zeigen, wie viele Menschen man jederzeit aufnehmen kann. Ja, die laotische Gastfreundschaft wird groß geschrieben. Lustigerweise kam uns so ein Kasten auch in unserem ersten kambodschanischen Hotel unter.

Weiters gibt es Infos zu den damaligen Lebensumständen, dem Essen, Kleidung, Musik und Traditionen.

Die ganze Anlage ist eine kleine Oase in der Stadt und sehr schön angelegt – und deshalb auch wieder einmal ein Fotopunkt für Asiaten. Damit auch alles auf den Fotos stimmig ist, kann man sich traditionelle Gewänder ausborgen und professionell fotografieren lassen.

 

Der königliche Palast – Ein Stück atemberaubende Geschichte

Natürlich besuchten wir auch den prächtigen königlichen Palast, heute bekannt als das Nationalmuseum. Als der König abgesetzt und in ein Straflager gebracht wurde, „schenkte“ er seinen Palast dem Volk, wahrscheinlich nicht ganz freiwillig.

Das Gebäude wurde original erhalten und zählt für mich zu den Highlights der Stadt. Beim Besuch muss man auf lange Hosen und Ärmel achten, denn hier wird das – im Gegensatz zu den Wats – streng kontrolliert. Rucksäcke müssen am Eingang abgegeben werden. Und falls ihr euch wundert, warum ich keine Fotos davon hochgeladen habe, fotografieren ist leider verboten.

Der ehemalige repräsentative Sitz der Monarchen ist ein Sprung in die Vergangenheit, da nichts verändert wurde. Am Beginn betritt man eine Vorhalle und erhascht schon einen Blick auf den dahinter liegenden Thronsaal. Dieser beeindruckte uns sehr, denn jeder  Zentimeter der hohen Wände ist mit kunstvollen (Edel)stein-Intarsien gestaltet. So eine Pracht habe ich noch selten gesehen.

Dahinter liegen die privaten Räume der königlichen Familie – ebenfalls unverändert. Sie sind im Gegensatz zur Prunkhalle sehr schlicht gehalten und, wie in Asien üblich, spärlich möbliert.

Am Ende gibt es noch zwei Räume in denen Geschenke an die Familie aus anderen Königreichen und Ländern ausgestellt sind. Auch das fand ich interessant und versuchte immer zu erraten, von wo die Geschenke kamen, bevor ich nachlas. Die USA schenkte ihnen eine Miniatur des Mondshuttles und einen kleinen Stein vom Mond.

Auf dem Gebiet des heutigen Nationalmuseums steht auch der Wat, der die heiligste Buddhafigur des Landes enthält, die der Stadt auch ihren Namen gab. Man darf hinauf und hineinschauen, Betreten kann man das Gebäude allerdings nicht.

Außerdem gibt es die Garage des Königs mit einigen Kutschen und amerikanischen Straßenkreuzern und eine Tankstelle. Beides ziemlich in die Jahre gekommen, die Autos haben schon Staub angesetzt.

Das letzte Gebäude, das sich hier findet ist die Nationaloper. Jeden Abend wird ein traditionelles Stück aufgeführt, das von der Partei neu interpretiert wurde. Das haben wir ausgelassen, denn die laotische (asiatische) Musik hat uns noch nicht ganz überzeugt.

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