Laos – Land und Leute

Berichte aus Laos

November 2024

Nachtmarkt Vang Vieng
Wat That
Wat Kong
Tham Xang Hoehle
Tham Nan - Tubing
Pool House Hostel
Blue Lagoon 3
Green Restaurant

Hat einer der besten Pizzas, die ich je gegessen habe.

Sanakham

Marktbesuch bei der Kreuzfahrt

Xayaburi-Staudamm
Kuang Si Wasserfälle
Luang Prabang

UNESCO Kulturerbe und spirituelles Zentrum des Landes

Nightmarket Luang Prabang
Wat Xieng Thong
Wat Sensoukharam
Phousi Hill
UXO Center
Traditional Arts and Ethnology Center (TAEC)
Heuan Chan Heritage House
National Museum
The Rock Lodge
Batman Guesthouse
DaViKa Hotel
Konglor Höhle

Die größte Höhle der Welt, durch die man mit einem Boot fahren kann (15km)

Spring River Resort Laos
Buddha Park Vientiane
Vientiane Nightmarket
That Dam Stupa
Wat Si Saket
Ho Phrakeo
Pha That Luang
Patuxai
Nakai Nam Theun Nationalpark
Thafalang
Pakse
Bolaven-Plateau
Tad Fane Wasserfall und Zipline
Tad Gneuang Wasserfall
Don Det
Moon by Night Bungalows

Die Volksgruppen: Ein Kaleidoskop der Kulturen

Über 100 ethnische Gruppen und Subgruppen mit jeweils eigenen Traditionen, Sprachen und Bräuchen leben in Laos. Die bekanntesten sind die im Tiefland lebenden Lao Loum sowie die in den höheren Gebirgen beheimateten Lao Theung und Lao Sung. Feste, Musik und die von Generation zu Generation weitergegebenen Handwerkskünste zeigen die kulturelle Vielfalt. Von den farbenfrohen traditionellen Trachten bis hin zur Küche ist jeder Volksstamm ein Puzzlestück im kulturellen Mosaik Laos.

Die Einteilung in drei Hauptgruppen durch europäische Kolonialmächte ist willkürlich und berücksichtigt nicht die Komplexität der ethnischen Zugehörigkeiten. Trotz ihrer Vereinfachung hat sich diese Einteilung bis heute durchgesetzt. Diese Einteilung ist jedoch kein starres System, je nach Entwicklungsmöglichkeiten siedeln sich die Gruppen auch in anderen Regionen als der ursprünglichen an.

 

Lao Loum – Tiefland-Bewohner

Die Lao Loum stellen mit etwa zwei Dritteln der Bevölkerung die größte ethnische Gruppe in Laos dar. Sie leben hauptsächlich im Tiefland – auf 200 bis 400 Metern Höhe, insbesondere in den fruchtbaren Tälern entlang des Mekong-Flusses. Die Hauptgruppe, die Lao – sie machen 55% der Bevölkerung aus, gaben dem Land auch den Namen. Von ihnen kommt der sticky rice (Klebreis) und ihre Sprache prägte das Laotisch.

Der Reisanbau ist die wichtigste Einkommensquelle, wodurch der Lebensstil stark agrarisch geprägt ist. Neben der Landwirtschaft sind die Lao Loum auch für ihre lebendigen Feste, Musik und Tänze bekannt. Feste wie das Boun Pi Mai (Laotisches Neujahr) spiegeln die Werte der Gemeinschaft und die Bedeutung von Familie wider. Die Häuser sind meist auf Stelzen gebaut, um im Schatten der Hitze zu entkommen. Darüber hinaus bietet das Haus so Schutz vor Tieren und dem Hochwasser in der Regenzeit.

 

Lao Theung – Hügel-Bewohner

Die Lao Theung, auch als „Bergvölker“ bekannt, leben in den Hügelregionen auf 300 bis 900 Meter und machen etwa 20% der Bevölkerung aus. Diese ethnischen Gruppen sind oft geprägt von einem semi-nomadischen Lebensstil, der das Jagen, Sammeln und Teeanbau umfasst. Sie leben auch vom Reisanbau in Terrassenbauweise und haben reiche Traditionen in der Textil- und Kunstverarbeitung.

Zu den bekanntesten Gruppen gehören die Hmong, Khmu und Akha. Vor 200 Jahren wanderten die Akha aus China nach Laos. Ihre Clans zeichnen sich durch starken Zusammenhalt, eine eigene Identität und Kultur aus. Da sie früher keine Schrift kannten, konnten sie den Stammbaum über 60 Generationen auswendig, bis zum Urvater der Gruppe. Große Eingangstore kennzeichn(et)en die Dörfer. Sie sind Schutzsymbole des Dorfs und stellen die mythische Trennung zwischen dem Weltlichen und dem Spirituellen dar. Sie sind auch schlicht ein Schutz gegen wilde Tiere.

„Die Dinge sind heute sehr anders für Akhas…Die Kinder haben andere Dörfer gesehen und modernes Leben. In viel früheren Zeiten, fragten sich die Menschen wenn sie ein sechs- oder siebenstöckiges Haus sahen, ob dieses von Geistern gemacht wurde. Aber seit damals….die Menschen respektieren die Götter, realisieren aber auch, dass Menschen viele verschieden Dinge zustande bringen und tun können.“

Zitat eines jungen Akhas von einem Plakat im TAEC, Luang Prabang

 

Die Hmong sind ebenfalls eine stolze Gruppe. Unter den Hmongs darf niemand vom eigenen Clan oder mit demselben Familiennamen geheiratet werden. Es gibt dann auch noch u.a. die Katu, sie glauben an Naturgeister und an eine weibliche Hauptgöttin. Das Rong ist das Gemeinschaftshaus in den Katu Dörfern und stellt das Symbol für die Identität und den Schutzgeist des Dorfes da. Eine der kleinsten ethnischen Gruppen stellen die Lanten dar, mit nur 6.500 Angehörigen in elf Dörfern in der Bokeo Region. Sie migrierten aus China und ihr Name bedeutet „Die, die Stoffe färben“.

 

Lao Soung – Berg-Bewohner

Die Lao Soung leben in den höchsten Gebirgen, auf 800 bis 1.600 Metern, und sind weniger verbreitet, machen jedoch einen wichtigen Teil des landesweiten ethnischen Mosaiks aus. Diese Hochlandbevölkerungen, zu denen auch die Björk und einige andere ethnische Gruppen gehören, betreiben oft Landwirtschaft und Nutztier-Haltung. Ihre Kultur ist geprägt von einem tiefen spirituellen Glauben und traditionellen Praktiken, die eng mit den Rhythmen der Natur verbunden sind. Ihre Häuser sind aus stabileren Material um der Kälte zu trotzen und benötigen auch keinen Schutz durch Stelzen.

 

Feiertage und der Mondkalender

Bestimmte Feste in Laos zu besuchen ist nicht ganz einfach, da sie sich nach dem Mondkalender richten, genauer gesagt nach einer Mischung von Sonnen- und Mondkalender. Somit sind sie jedes Jahr an einem anderen Datum und eine Internetrecherche nach speziellen Festen ergibt oft unterschiedliche Daten.

Eine kleine Zusammenfassung dazu, die ich in einem Museum fotografiert habe, erklärt die Komplexität:

Ein Mond-Monat hat 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,39 Sekunden. 12 1/3 Mondmonate entsprechen einem Sonnen-Jahr.
Es gibt 4 heilige Tage in einem Mond-Monat, die Neumond und Vollmond inkludieren. An diesen Tagen wird zwar gearbeitet, aber die Menschen sind angehalten religiöse Gaben an diesen Tagen zu spenden.
Die Jahre wiederum folgen dem Sonnenkalender. Wobei das Jahr 0 der Sterbetag Buddhas ist. Daher ist das Jahr 2024 in Laos bereits das Jahr 2567.

 

Die dunklen Jahre 1964 – 1973

In diesen fast 10 Jahren war das Land das Ziel einer der heftigsten Bombardierungen, die die USA je durchführten. Mit dieser Operation, die auch „geheimer Krieg“ genannt wird, da auch im amerikanischen Heer nicht darüber gesprochen wurde, sollten die vermuteten Nachschubwege für die vietnamesischen Kämpfer zerstört werden.

Schätzungsweise warfen die USA und ihre Verbündeten über 2 Millionen Tonnen Bombenmaterial auf das neutrale Laos ab, das entspricht 500.000 Flugzeugladungen. Oder anders gesagt: eine Flugzeugladung Bomben alle 8 Minuten, 24 Stunden am Tag, 9 Jahre lang. Von den geschätzt 270 Millionen Bomben explodierten 30% nach dem Abwurf nicht und blieben als Blindgänger liegen. Somit sind noch immer 80 Millionen Bomben verstreut.

Einer der wichtigsten Arbeit der NGO UXO ist daher, neben der Räumung, die Aufklärungsarbeit, vor allem bei Kindern, da sie einen Großteil der Opfer von Bildgängern ausmachen. In Laos wissen Kinder im Alter von 4-5 Jahren schon genau, wie sie sich verhalten müssen, wenn sie auf einen Blindgänger stoßen (ja nicht angreifen, weit davon weggehen und den Erwachsenen Bescheid geben). Bei uns in Ӧsterreich lernen sie in dem Alter gerade das 1×1.

Obwohl die Zahl der Opfer kontinuierlich zurückgeht, stellen die Blindgänger ein anhaltendes Problem dar. Denn viele Menschen leben von der Landwirtschaft und in einigen Regionen ist es ein Glücksspiel, ob sie bei der Feldarbeit auf einen Blindgänger stoßen oder nicht. Die Feldarbeit wird oft von Männern gemacht, werden sie verletzt oder getötet, fehlt der Hauptversorger der Familie. Das wiederum hat oft zur Folge, dass die Kinder nicht (mehr) in die Schule gehen können, da sie für das Überleben der Familie arbeiten müssen. Ein Teufelskreis.

 

Der Versuch kulturelles Erbe zu schützen

Die Globalisierung stellt die laotische Kultur, insbesondere in der Modebranche, vor Herausforderungen. Immer mehr Designer verwenden traditionelle Muster, oft ohne die Zustimmung der Volksgruppen, bzw. ohne Entschädigung derselben.

Es gibt jedoch auch Bestrebungen, das kulturelle Erbe zu bewahren. Ein zentraler Aspekt dieses Schutzes ist der Versuch, intellektuelles Eigentum zu sichern, was ausdrücklich von der UN unterstützt wird. Im TEAC zeigten sie als Beispiel den Kampf der Oma Ethnie, nachdem die italienische Modefirma Max Mara Muster verwendete, die tiefe religiöse Bedeutung für die Gruppe haben. In mühevoller Arbeit wurden die Muster und deren Bestandteile kategorisiert, in einer Zusammenarbeit der Volksgruppe mit einer internationalen Organisation. Danach wurde der Katalog digitalisiert um schneller und global nachweisen zu können, wenn ihr geistiges Eigentum gestohlen wird. Dieser Katalog wurde zur Vorlage für andere, ähnliche Projekte und die Technik dahinter steht anderen Volksgruppen kostenlos zu Verfügung, um auch ihre Muster katalogisieren zu können. Diese Maßnahmen helfen nicht nur, die kulturelle Identität zu bewahren, sondern stärken auch die wirtschaftliche Basis der Künstler und Handwerker.

Mehr Infos dazu gibt es auf der Website https://www.culturalintellectualproperty.com/culturaliprightsfortheoma

 

Laos im Wandel

Trotz ihrer kulturellen Vielfalt sehen sich die Volksgruppen in Laos Herausforderungen gegenüber. Globalisierung, Urbanisierung und die rasante wirtschaftliche Entwicklung des Landes haben Auswirkungen auf die traditionellen Lebensweisen. Während einige Gruppen vom wirtschaftlichen Fortschritt profitieren, riskieren andere, in ihrer Kultur und ihren Bräuchen verdrängt zu werden. Die Religiosität nimmt ab und auch das Wissen über alte Handwerkskunst geht verloren.

Laos durchlebt derzeit einen spürbaren Wandel. Von der zunehmenden Urbanisierung bis hin zu einem sich entwickelnden Tourismussektor verändert sich die Landschaft des Landes rasant. Immer mehr Urwald muss Plantagen für Palmöl, Kautschuk und Kassawa weichen.

Neue Infrastrukturprojekte und internationale Aufmerksamkeit bringen sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Besonders hervorzuheben sind die Anstrengungen, nachhaltige Energiequellen zu erschließen. Laos hat sich das Ziel gesetzt, ein „Energiezentrum“ für die Region zu werden, wobei Wasserkraft einen großen Teil der Energieproduktion ausmacht. Zahlreiche Wasserkraftwerkprojekte, darunter die umstrittene „Xayaburi“-Anlage, sollen nicht nur den Energiebedarf des Landes decken, sondern auch Exportmöglichkeiten in die Nachbarländer, vor allem Thailand, schaffen.

 

Filmtipp: „Chang: A Drama of the Wilderness“ (1927)

Während der Mekong Kreuzfahrt haben wir einen besonderen Film gesehen: „Chang: A Drama of the Wilderness„, ein alter Oscar-nominierter Film aus den 1920ern, produziert von den Machern des legendären „King Kong“.

Dieser Film ist ein Zeitdokument und zeigt, wahrscheinlich etwas übertrieben, die damaligen Lebensumstände im ländlichen Laos. Er zeigt das Leben einer Familie, deren Besitz von Elefanten zerstört wurde und die, gemeinsam mit den anderen Dorfbewohnern auf die Jagd nach Großwild gehen. Der Umgang mit den Tieren im Film, ist so heute nicht mehr vorstellbar. Es werden auch einige erlegt, dennoch war es ein bemerkenswerter Einblick ins frühere Leben. Beeindruckend sind die Winkel, aus welchen die Aufnahmen gemacht wurden, laut den damaligen Zeitungen eine lebensgefährliche Aufgabe für die Kameramänner – das glaube ich sofort.

 

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