Tierische Begegnungen in Sen Monorom und Kratie

Berichte aus Kambodscha

Dezember 2024

Stung Treng
Savet Guesthouse
Banlung
Terres Rouges Lodge
Katieng Wasserfall
Kachanh Wasserfall
Cha Ong Wasserfall
Yeak Laom Kratersee
Phnom Svay High View
Sen Monorom
Sen Monorom Homestay
Sen Monorom
Kratie
Le Tonle
Phnom Penh
Pooltop Hotel Phnom Penh
Wat Phnom
Central Market
Sightseeing Tour - Phnom Penh Heritage Startpunkt
Kunst-Uni der Stadt
Tuol Sleng - Gefängnis und Museum
Bassac Street
Koeniglicher Palast
Nationalmuseum
Goldener Tempel
Monkey Temple
Nightmarket Phnom Penh
Russian Market
Kampot
The B Resort
Old Market
Hidden Lake - Brateak Krola Lake
Salzfelder
Phnom Chhngork Cave
Bo Tree Pfefferplantage
Bokor Hill
Kep - Strand und Krabbenmarkt
Siem Reap
Angkor Wat
Ta Prohm Tempel
Bayon Tempel
Apopo - Ratten retten Leben
Angkor Silk Farm

Mondulkiri Region

Sen Monorom

Sen Monorom ist die Bezirkshauptstadt von Mondulkiri, das im Osten von Kambodscha liegt. Es gilt als eine noch sehr wilde ursprüngliche Region mit wenig Tourismus. Wir beschlossen, uns das anzusehen. Es war das erste Mal, dass wir in einem Homestay buchten, das bedeutet, man lebt mit der einheimischen Familie in einem Haus. Wir hatten im Mondulkiri Holiday Homestay wirklich freundliche Gastgeber und genossen den Aufenthalt dort sehr.

Bei einem unserer ersten Spaziergänge kamen wir am lokalen Markt vorbei. Dieser hat mir speziell gut gefallen, da viele unterschiedliche, bunte Waren verkauft wurden: Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Nüsse,…. und reges, lokales Treiben herrschte.
Später auf der Reise habe ich gelernt, dass solche Märkte auch als „Nassmärkte (wet markets)“ bezeichnet werden. Der Name kommt vom Abtropfen der Eisblöcke, die für die Kühlung verwendet werden.

Sen Monorom war eine gute Gelegenheit, wieder mal ins einheimische Leben einzutauchen. Der Tourismus ist, wegen den Elefanten, zwar vorhanden, aber die Touristen verlieren sich unter den ganzen asiatischen Menschen.

Elefanten im Mondulkiri Project

Ein Grund für unseren Aufenthalt in der Region war, dass wir von einem sehr artgerechten Elefanten-Auffanglager gehört hatten, und das wollten wir besuchen. Das Camp „Mondulkiri Project“ ist wirklich gut gemacht.

Ein Großteil der Einnahmen wurde auf die Pacht von einem großen Dschungelgebiet verwendet. Darin können die Dickhäuter artgerecht leben. Der Rest des Geldes wird für den Lohn der Mitarbeiter:innen, Futter und Pflege der Elefanten und zur Unterstützung der Nachbarn und des Dorfes ausgegeben. Hin und wieder werden auch neue Elefanten angekauft, momentan liegt der Preis bei ca. 50.000 USD.

Es werden nur Ganztages- oder Mehrtagestouren inkl. Trekking angeboten, wir machten eine Tagestour.  In der Früh wurden wir vom Pick-up im Hotel abgeholt und zum Büro der Organisation gebracht. Dort wurde gezahlt und die Gruppe in die verschiedenen Ausflugslängen eingeteilt. Am Ende waren wir gut 20 Leute in der Gruppe. Mit den Pick-up ging es dann fast eine halbe Stunden in den Dschungel, auf teils abenteuerlich steilen Wegen. Seitdem schätze ich die Funktion des Allrad-Antriebs.

Im Camp selbst bekam unsere Gruppe noch Zuwachs durch jene die den zweiten Tag der 2-Tages Tour machten und dort übernachtet hatten. Wir erhielten von einem Mitarbeiter eine kurze Einführung in die Geschichte der NGO, die missliche Lage der Elefanten in Kambodscha und Infos zur Lebensgeschichte der momentan vier Elefanten im Alter von 35 bis über 80 Jahren im Camp. Sie hatten unterschiedliche, schlechte Erfahrungen gemacht: als Reittier für Touristen, als Arbeitstier in der Holzindustrie oder auf den Dorffeldern.

Danach ging es das erste Mal den Weg hinab in den Dschungel. Jeder von uns bekam ein Bündel Bananen mit auf den Weg. Das Areal der Elefanten ist durch einen Bach vom Areal des Camps getrennt. Über ihn führt eine Brücke, die zu instabil für die Tiere ist. Als wir zu dieser Brücke kamen, stand schon ein Elefant am anderen Ende bereit und wartete auf die Bananen. Ein zweiter kam später dazu. Wir ließen die Hälfte der Bananen liegen, überquerten den Bach und jede:r von uns konnte den Elefanten füttern. Es gilt das Motto „No bananas – no friends/no touch“ (Also angreifen nur im Tausch gegen Bananen erlaubt). Es ist faszinierend das Rüsselende auf der Handfläche zu spüren und zu sehen, wie geschickt sie mit ihren Rüsseln sind. Nachdem alle Bananen verfüttert waren, gingen wir über die Brücke zurück zu einem anderen Platz im Areal, auf dem noch ein Elefant wartete. Lucky, die bekannt ist für ihre Faulheit. Sie ist so faul, dass sie sich lieber direkt ins Maul füttern lässt, anstatt den Rüssel zu verwenden. Auch hier durften wieder alle füttern, es war eine sehr spezielle Erfahrung dem Elefantenmaul so nahe zu sein. Wir hatten auch noch etwas Zeit Lucky zu beobachten.

Danach ging es den Weg wieder zurück hinauf und wir wurden mit kambodschanischem Essen, Tee und Kaffee verköstigt. Dermaßen gestärkt, starten wir am Nachmittag in den nächsten Teil des Programms. Es ging wieder hinunter in den Dschungel. Dieses Mal zuerst zu einer seichten Stelle im Bach, wo schon ein Elefant wartete und dort nochmal ein paar Bananen bekam. Als letztes gingen wir zu eine Stelle mit einem kleinen Wasserfall, in dem zwei der Tiere badeten. Viele Touristen gingen ins Wasser um mit ihnen zu baden. Als sich die Elefanten verzogen, war auch das Tagesprogramm vorbei. Wir machten uns wieder an den Aufstieg, wurden nach etwas Wartezeit auf die Pick-ups verladen und wieder zurück zu den Hotels gebracht.

Kratie & Region

Kratie Stadt

Kratie ist ebenfalls Provinzhauptstadt und zwar der gleichnamigen Region im Südosten des Landes. Die Stadt war für uns ebenfalls ein Muss, da sich im Verlauf der Zeit in Kambodscha herausgestellt hat, dass es die einzige Region ist, in der noch Mekong Delfine leben.

Wir haben uns im Hotel Le Tonle einquartiert. Das ist ein Schulungshotel für zukünftige Tourismus-Fachkräfte und die Organisation hinter dem Hotel, das Cambodian Rural Development Team (CRDT), unterstützt verschiedene Umweltschutz- und Sozialprojekte in der Region.

Kratie selbst hat kaum Sehenswürdigkeiten und wir waren auch nur 2 Nächte dort. Es gibt eine nette Strandpromenade, die abends gerne für Gruppensport genutzt wird. Meine Hochachtung vor den Turner:innen, denn selbst am Abend war es noch sehr warm. Es gibt in Kratie auch ein paar Lokale.
Selbstverständlich waren wir auch auf dem Markt. Er war wieder sehr lokal, mit wenig Touristen. Wir kamen dort mit ein paar Kindern ins Gespräch und bekamen sehr gute, gebackene Bananen geschenkt. Wir waren auch auf der Post, um unser zweites Paket und Ansichtskarten aufzugeben.

 

Paddeln um Delfine im Mekong zu sehen

Wir waren in Kratie, da wir die Mekong-Delfine sehen wollten. Und zu unserem – damals noch vermeintlichem – Glück, gab es Paddeltouren, auf denen man die Delfine sehen konnte. Genau das buchten wir für einen halben Tag, denn wir sind ja gerne im Kajak und waren damit auch schon ein paar Mal am Mekong unterwegs.

Wir bekamen eine kleine Einführung ins Paddeln und machten uns dann als Vierergruppe, eine Amerikanerin war noch mit, mit dem Pick-up auf den Weg. Bei der Paddel-Einstiegsstelle angekommen, bekamen wir ein Kajak und die Amerikanerin stieg beim Guide hinten aufs Kajak. Dann ging es los.

Und wie! Wie sich herausstellte, paddelt unser Guide die Tour zweimal am Tag in der Hochsaison, er war entsprechend trainiert und legte ganz schön Tempo vor, als wir gleich zu Beginn den Mekong querten. Zum Teil war es auch nötig, denn zum ersten Mal bekam wir die Wucht des Gewässers so richtig zu spüren.

Nach unserer Ankunft drüben, fuhren wir in einen kleinen flooded forest und damit in etwas ruhigeres Fahrwasser. Aber auch trickreich, da man ständig der Strömung und den Strudeln entgegenhalten muss. Wir machten eine Pause um Klebreis aus der Bambusstange zu essen („Bamboo sticky rice“) und etwas zu entspannen. Wir konnten ins Wasser gehen und kleine Fische knabberten an unseren Zehen, ein Fish Spa mitten im  Mekong. Nach der Pause ging es weiter. Zuerst eine kleine Stück flussabwärts, wo wir das erste Mal zwei Delfine sahen. Ein wunderschöner Moment, da die Tiere mittlerweile sehr selten sind.

Danach hieß es wieder den Mekong queren. Und bei dem Tempo, dass der Guide vorlegte, ging uns die Kraft aus. Wir hielten uns an einem Stein fest, um Energie zu tanken. Da kam der Guide zurück, der eh schon die ganze Zeit für zwei paddelte, und band unser Boot kurzerhand an seines. Ab diesem Moment paddelte er dann für vier Personen auf zwei Kajaks. Es war nicht mehr weit, bis wir in ruhigerem, ufernahem Gewässer waren. Und mit uns einige Ausflugsboote, die die Tour motorisiert machten.

Wir blieben eine ganze Weile an der Stelle und hatten das Glück auch einige der Mekong Delfine zu sehen. Fotos gib es keine davon, denn sie sind klein, grau und nur kurz an der Oberfläche. Ein gutes Foto vom Kajak aus war im besten Willen nicht möglich.

Die letzten paar Meter zur Anlegestelle durften wir wieder selbst paddeln. Wir sahen noch einen schönen Sonnenuntergang, während unser Guide und der Fahrer die beiden Kajaks auf einmal die Treppe hochtrugen, und wurden dann mit dem Pick-up wieder ins Hotel gebracht. Dort haben wir noch das berühmte Rindfleisch mit Pfeffer „Lok Lak“ gegessen und sind dann müde ins Bett gefallen. Die Tour war echt anstrengend, das sollte vom Anbieter dazugesagt werden.

 

 

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