Von Don Det ging es zuerst 15 Minuten mit dem Boot und dann eine knappe Stunde mit Bus weiter zur kambodschanischen Grenze. Der Grenzposten wirkt sehr groß und liegt mitten im Nichts. Wir füllten unsere Papiere aus und gingen problemlos über die Grenze. Wir verbrachten dort eine Stunde, bis unser Bus ankam. Eine letzte Kontrolle bei der Ausfahrt aus dem Grenzposten, danach ging es circa 2 Stunden weiter nach Stung Treng. Wir hatten uns entschieden, dort einen Zwischenstopp zu machen, damit wir nicht so lange im Bus sitzen müssen.
Stung Treng – Grenzort mit lokalem Flair
Stung Treng ist wieder ein typischer Umsteigeort, wie es auch Pakse in Laos war. Touristen halten sich kaum länger hier auf, wodurch der lokale Flair des Städtchens erhalten bleibt. Kaum jemand spricht englisch. Es gibt einen großen Markt, auf dem vor allem frische Lebensmittel verkauft werden.
Paddeln im Flooded Forest
Wir blieben zwei Nächte im Savet Hotel, da wir an einem Tag wieder eine Kajaktour am Mekong gemacht haben. Die Tour, die wir gebucht haben, war wieder ein Community Based Eco-Tourism (CBET). Wir wurden mit dem Auto (1 h) zum Einstiegsort gebracht, der in einem kleinen Dorf liegt. Dort wurden zu unserer Überraschung die Kajaks erst einmal auf ein Longboat geladen, um den Mekong zu queren.
Auf der anderen Uferseite begann dann die Paddeltour und führte gleich in einen überschwemmten Wald. Im Unterschied zu jenem im Nakai-Nam Theun Nationalpark entsteht dieser durch die Höhenunterschiede des Mekongs. Die Bäume stehen nicht immer unter Wasser und haben noch Blätter. Das gesamte Gebiet ist ein Vogelschutzgebiet und wir sahen auch einen Weißbrust-Seeadler. Das Paddeln war angenehm, in schöner Umgebung und auch recht lustig. Denn am Anfang wurde das Boot der Guides von einem gesteuert, der Paddeln erst lernte, und der an manchen Baumwurzeln aneckte. Später übernahm der erfahrene Guide. Wie immer bei solchen Touren gab es auch einen kurzen Stopp mit Badegelegenheit. Am Ende brachte uns das Boot wieder über den Mekong und mit dem Auto ging es zurück nach Strung Teng. Wo wir noch bei einem Khmerlokal essen waren, das von einem gesprächigen Deutschen und seiner Khmer Frau geführt wurde.
Banlung – Schwimmen im Kratersee
Tags darauf ging es weiter nach Banlung. Dieses Mal erwischten wir einen Luxus-Bus mit richtig viel Platz, daher waren es angenehme drei Stunden Fahrt. Wir hatten drei Nächte in der Terres Rouges Lodge gebucht, dem ehemaligen Sitz des französischen Gouverneurs. Die Anlage war sehr nett und wir hatten ein wirklich großes Zimmer, aber alles hätte etwas gepflegter sein können.
Banlung ist ein beliebter, aber kleiner Ferienort bei den Khmers und Thais. Im Zentrum gibt es einen kleinen See, über den gerade eine Seilbahn gebaut wird. Am Ufer gibt es einige Lokale und Bars, aber als wir dort waren, war kaum was los.
An einem Tag machten wir über die Agentur Parrot Tours einen Tagesausflug in die Umgebung. Dabei war Paul unser TukTuk Fahrer. Er ist knapp 50 Jahre alt und hat viel der jüngeren Geschichte miterlebt. Über Youtube hat er sich selbst englisch beigebracht und konnte uns so während der Tour viel Interessantes erzählen. Eine Tour mit ihm kann ich sehr empfehlen. Er gab uns seine Karte, auf der er auf Whatsapp unter +855 31 33 43 555 zu erreichen ist.
Am Vormittag besuchten wir die drei Wasserfälle Katieng, Kachanh und Cha Ong. Bei ersterem konnten wir sogar hinter die fallende Wasserwand gehen. Die Fälle liegen nah beieinander, die Straße dazwischen ist oft nicht asphaltiert. Die Erde, auf der man fährt ist rot und trocken. Es staubt, wenn jemand entgegen kommt. Nach der Tour hatten wir eine Schicht des roten Staubes auf uns.
Die Wege sind gesäumt von Kautschuk-Plantagen. Zirka 7 Jahre muss ein Kautschukbaum wachsen, bevor er angezapft werden kann. Die Ernte des Saftes wird noch immer manuell gemacht. Viele Menschen, die früher von der Landwirtschaft lebten, haben mittlerweile die Felder verkauft (oder verkaufen müssen) und arbeiten jetzt auf den Plantagen. Laut Paul bekommen sie um die 700€ monatlich dafür. Gleich daneben ist auch eine Fabrik in der der frische Kautschuk transportfähig gemacht wird. Dieser Vorgang stinkt wie ein großer Hühnerkäfig. Danach wird der Rohstoff nach Thailand, Vietnam oder China verkauft, wo das Kautschuk weiter verarbeitet wird.
Danach gab es das mitgebrachte Lunch bei einer kleinen privaten Ferienhütte inmitten des Dschungels und einer Avocado-Farm. Die Aussicht bot viel Grün und zeigte wieder, warum man Kambodscha dem Beinamen das „Land der Roten Erde“ gab.
Die Farm gehört einem Franzosen, fast alles an Infrastruktur scheint in ausländischer Hand zu sein.
Der nächste Stopp war bei einem kleinen Dorf. Gleich beim Eingang haben zwei ältere Frauen auf traditionellen Webstühlen Stoffe hergestellt. Das Wissen über diese Handwerkskunst geht immer mehr verloren. Die Kunst des Webens erfordert viel Geduld; je nach Muster und Größe kann die Herstellung eines Stücks Stoff mehrere Tage oder sogar Wochen in Anspruch nehmen.
Die Webrahmen faszinieren mich. Sie sind einfache Holzgestelle, an dem Ort war ein Ende an der Wandbefestigt, am anderen Ende war der Rahmen an der Weberin fixiert. Unzählige Fäden sind vertikal gespannt, die Frauen führen den Schlitten mit den Querfaden durch die vertikalen Schnüre, wobei diese immer anders aufgehoben werden um das Muster herzustellen. Faszinierend zum Zuschauen. Wir gingen noch etwas durchs Dorf und Paul übersetzte für uns. Das Dorf strahlte Armut aus, sogar die Kinder haben kaum gelacht und gespielt, eine Seltenheit auf unserer Reise.
Weiter ging es zum Highlight unserer Tagestour: dem Kratersee Yeak Laom. Er liegt idylllisch von Dschungel umrahmt und ein Spazierweg führt rund um ihn. Vor Covid war er ein Besuchermagnet, denn zu dem See gibt es eine Legende von Riesen, die ihn schützen. Diese ist Teil des Unterrichts und so kennt fast jeder Khmer den See. Auch andere asiatische Touristen machten hier gerne Urlaub. Seit Covid stagnieren die Besucherzahlen aber. Als wir dort waren, waren kaum andere Touristen zu sehen. Wir gingen zu einer der Seeplattformen und sprangen ins Wasser. Denn wann hat man schon die Gelegenheit in einem Kratersee zu schwimmen?
Als letzte Station machten wir noch Halt bei der Aussichtsplattform Phnom Svay Highview. Am Fuß des Hügels liegt ein Kloster. Am Weg hinauf kommt man an der Beerdigungsstupa des früheren Regionalverwalters vorbei. Ganz oben wird gerade eine Panoramaplattform gebaut, natürlich inklusive einer Buddhafigur und Nagas. Wir waren zum Sonnenuntergang dort und genossen den Blick über die Landschaft, bevor es wieder zurück ins Hotel ging.
Vor allem dank all der Geschichten und Hintergründe, die Paul uns erzählte, war das ein sehr gelungener und informativer Ausflug.

Wieder ein toller Bericht. Danke
Auch für die Ansichtskartez, die heute angekommen ist
Freut mich, dass dir der Bericht gefällt!