Nach der Reisepause in Thailand ging es auf ins fünfte Land unserer Südostasienreise: nach Malaysien. Mit der Fähre ging es in einem halben Tag von der Insel Koh Lanta auf die nahegelegene Insel Langkawi. Zum ersten Mal auf der Reise hatten wir kein so gutes Händchen mit der Unterkunft. Wir hatten uns ein Zimmer im „Langkawi Lagoon Resort Seaview“ reserviert. Eine große, aber leere Anlage mit super Pool, in der drei Hotels eingemietet sind. Sie liegt ein ganzes Stück außerhalb der Stadt und an einem Strand, der ein Naturschutzgebiet und nicht zum Schwimmen freigegeben ist. Dafür waren unzählige Schlammspringer am schlammigen Uferbereich zu beobachten, dazu einige Reiher und hin und wieder sogar ein Waran.
Wir arrangierten uns und machten das Beste daraus und am Ende war es eh recht gemütlich.
Gelegentlich nahmen wir ein Taxi, um ins Stadtzentrum zu fahren, wo wir einkaufen oder etwas essen konnten. Dabei waren wir auch zweimal am Chenang Beach, an dem geschäftiges Treiben herrscht, da viele Wassersportarten angeboten werden. Hier kann man wunderbar beobachten, wie sich die verschiedenen Kulturen der Insel harmonisch miteinander mischen. Islamische Frauen mit Schleier genossen den Strand ebenso wie Inder:innen und europäische Tourist:innen. Wie schön wäre es, wenn es überall so harmonisch zugehen würde!
An diesem Strand haben wir an einem Abend auch eine der vielen Feuershows gesehen. Es war der Tag des chinesischen Neujahrs. Leider waren keine Neujahrsfeierlichkeiten auf der Insel, aber die Feuershow unterhielt uns auch gut. Dass das Neue Jahr zwei Wochen lang gefeiert wird, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Nightsafari – Adler & Naturspektakel
Für einen Nachmittag und Abend nahmen wir an einer Nightsafari teil. Es war eine der besten Touren, die ich bislang gemacht hatte, da wir einen wirklich tollen Guide hatten.
Mit dem Boot ging es durch den von der UNESCO anerkannten „Kilim Geoforest Park“, einem Mangrovengebiet. Dieser ist unter anderem dadurch besonders, da es hier die ältesten Gesteinsformationen der Erde gibt. Für uns waren andere Gründe für die Tour ausschlaggebend, nämlich die Natur, die dort zu sehen ist.
Begonnen haben wir an einer Stelle, die viele Seeadler anzieht, da es in dem Gewässer viel Futter für sie gibt. Manchmal sahen wir sogar über zehn dieser majestätischen Vögel gleichzeitig am Himmel kreisen.
Als zweite Station hielten wir an einer Fischfarm. Laut unserem Guide dient sie auch als Lernstation, aber davon war wenig zu sehen. In den Becken schwammen interessante Meeresbewohner, allerdings landeten sie auch auf den Tellern des angeschlossenen Restaurants, bei dem wir später auch aßen.
Davor ging es noch zu zwei kleinen Höhlen. In einer davon sahen wir Fledermäuse und da die Decke niedrig war, waren sie fast zum Greifen nah. Die andere Höhle ist zwar klein, aber hat in der Gegend ihren ganz eigenen Reiz, da man sie mit dem Boot durchqueren kann. Uns brachte es eher zum Lächeln, da wir in Laos auch die Kong Lor Höhle mit dem Boot befahren hatten und diese die Latte für ähnliche Attraktionen sehr hoch legt.
Das eigentliche Highlight der Tour, und der Grund warum wir sie gebucht haben, kam am Ende: Am Weg zurück zum Pier, an einer dunklen Stelle schaltet das Boot seine Lichter aus. Streckt man dann die Hand ins Wasser und bewegt sie etwas, beginnen im Wasser rundherum viel kleine Punkte zu leuchten – fluoreszierendes Plankton ist der Auslöser dafür. Ich hatte schon von diesem Phänomen gehört, aber es selbst zu erleben war etwas wirklich Besonders.
Mit dem Auto um die Insel
Für einen Tag liehen wir uns ein Auto aus, um Langkawi auf eigene Faust zu erkunden. Die Straßen sind gut ausgebaut und der Verkehr ist überschaubar.
Seven Wells Waterfall – Die Natur lädt zum Baden ein
Wie begannen unsere Rundfahrt mit dem Seven Wells Wasserfall. Er wird so genannt, da das Wasser sieben kleine, natürliche Becken ausgeschwemmt hat, in denen man auch baden kann. Um an diesen schönen Platz zu kommen, war Morgensport angesagt, denn es führen 638 Stufen hinauf zu den Becken. Oben angekommen sorgten die Pools für Erfrischung, dabei mussten wir allerdings Acht geben, dass uns die frechen Makaken nichts klauten.
Am unteren Ende der Stufen gibt es eine Abzweigung zu einer Aussichtsstelle auf den Wasserfall, der nach den Becken den Fels herunterstürzt. Da schauten wir am Rückweg noch hin.
Es war ein schweißtreibender Ausflug, hat sich aber auf alle Fälle ausgezahlt.
Weiße Strände und türkises Meer
Langkawi hat neben dem Chenang Strand noch einige andere Strände zu bieten. Auf unserer Runde schauten wir uns drei davon an, die im nördlichen Teil der Insel liegen.
Zuerst fuhren wir zum Pasir Tengkorak Beach. Er scheint einer der Strände der Einheimischen zu sein, denn als wir dort waren, picknickten dort zahlreiche asiatische Familien. Einige grillten Fische auf einem Rost über Steinen und die Kinder spielten im flachen Wasser. Der Stand ist wunderschön. Weißer, feiner Sand, türkisblaues Wasser und Sicht auf die Kalksteinfelsen, die draußen im Meer liegen. Einige Bäume sorgen für Schattenplätze.
Weiter ging es zum Black Sand Beach. Entgegen seinem Namen ist er nicht sehr schwarz, nur ein kleiner Streifen Sand hat oberflächlich diese Farbe. Er liegt zur Gänze in der Sonne und war fast menschenleer. Wir machten nur einen kurzen Halt.
Zum Schluss fuhren wir zum Tanjung Rhu Beach – einem echten Traumstrand. Hier gibt es auch eine touristische Infrastruktur mit Shops und Lokalen. Der Stand selbst ist breiter und besteht aus dem weißen feinen Sand. Das Wasser schimmert in einem wunderschönen Türkis und in allen Richtungen sieht man beeindruckende Kalksteinfelsen. Hier blieben wir eine ganze Weile und genossen das Wasser und die Idylle. Wir waren natürlich nicht die Einzigen, aber die Menschen haben sich gut verteilt und wir haben uns leicht einen guten Platz zum Genießen gefunden.
Dream Forest – ein illuminiertes Märchenland
Unser letzter Stopp auf der Rundfahrt war der Dream Forest in der Inselmitte. Das ist ein künstlicher Park mit fantasievollen Lichtinstallationen, in dem einige der Legenden der Insel erzählt werden. Obwohl es eher für Kinder gedacht ist, hat uns die einstündige Tour gut gefallen und da die Erzählungen auf Englisch waren, bekamen wir auch einiges von den Mythen und Legenden mit.
Oriental Village & Seilbahn
Die Touristenattraktion von Langkawi ist das sogenannte Oriental Village mit einer Seilbahn, die auf eine Aussichtsbrücke führt. Wir waren zweimal dort, da es beim ersten Mal durch die Ferien zu Neujahr absolut überlaufen war, wir keine online Tickets kaufen konnten und uns nicht anstellen wollten.
Das Village ist eine Mischung aus Restaurants und Shops und recht nett angelegt. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Village gibt es eine Brücke über einen Bach. Dort sahen wir beim ersten Überqueren eine Makaken Familie und beim Zurückkommen eine Familie von Dusky Leaf Affen herumtollen. In der Mitte des Villages liegt ein kleiner, sumpfiger Teich, bei dem wir einmal einen wirklich großen Waran beobachten konnten.
An dem Ort sind einige Attraktionen nebeneinander, allerdings ist es nicht so einfach herauszufinden, was in welchem Ticket dabei ist.
6D Kino und 3D Art Museum – ein Paradies für Selfies
Da wir uns beim ersten Mal nicht für die Seilbahn anstellen wollten, aber schon vor Ort waren, beschlossen wir kurzfristig uns einen Film im 6D Kino anzusehen. Also einen 3D Film in einem Kino bei dem sich die Sitze mit dem Film etwas mitbewegen. Wir haben das schon öfter gemacht und es hat uns eigentlich immer Spass gemacht. Genauso war es auch hier.
Danach gingen wir noch ins 3D Art Museum. Wie meine Blog-Leser:innen wahrscheinlich schon wissen, lieben es die Asiat:innen Selfies zu machen und dieses Museum ist perfekt für sie! Auf drei Stöcken sind verschiedenste 3D Bilder an die Wände gemalt und bei jedem einzelnen kann man sich für ein lustiges Foto dazu stellen. Vor jeder Szene gibt es am Boden eine Anleitung für das perfekte Bild. Wir sind etwas darauf reingekippt und sind selbst auch mit unzähligen Bildern herausgekommen. Eine wirklich nette Idee und ich kannte so was in der Art auch noch nicht.
Die steilste Seilbahn der Welt
Bei unserem zweiten Besuch haben wir uns vorab online die Tickets für die Seilbahn und die Panoramabrücke besorgt. Es war an dem Tag zwar merklich weniger los, die Fast-Line Option, die wir dazugebucht hatten, hat sich aber trotzdem ausgezahlt.
Die Seilbahn ist eine der steilsten der Welt und führt über dichtes Dschungelgebiet auf den Berg. Bei der Fahrt hat man auch einen guten Blick auf den Wasserfall der sieben Wells. Oben angekommen führt ein kurzer Weg mit einigen Stiegen auf und ab zur Panoramabrücke. Sie ist zwar eine der längsten geschwungenen Hängebrücken der Welt, aber trotzdem nicht allzu lange. Wir machten einen Spaziergang über die Brücke und genossen die atemberaubende Aussicht auf die Kalksteinberge. Danach ging es mit der Seilbahn wieder gemütlich zurück ins Village.

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