Kuala Lumpur – Stadt der harmonischen Gegensätze

Berichte aus Malaysien

Februar 2025

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The Top Penang
The Luxe Infinitum KLCC View
Petronas Towers
Chinatown
Jalan Petaling Markt
Sri Maha Mariamman Tempel
Pasar Seni - Central Market
Batu Caves
Petronas Towers

Wir waren knapp eine Woche in Kuala Lumpur, der Stadt, die von Kennern nur als „KL“ bezeichnet wird. Angereist sind wir mit dem Bus von Georgetown, eine ca. sechsstündige Fahrt.
Für den Aufenthalt haben wir uns ein Apartment im „The Luxe Infinitum KLCC View“ gebucht, mit Top Aussicht auf die Petronas Towers (die Aussicht hat man in der Stadt allerdings bald mal). Und für den Transport in der City besorgten wir uns einen 3-Tagespass für die meisten Ӧffis, U-Bahn ausgenommen.

Die Hauptstadt Kuala Lumpur

Der Stadtname „Kuala Lumpur“ wird ins Deutsche als „Schlamm-Mündung“ übersetzt. „Kuala“ bedeutet Mündung und „Lumpur“ bedeutet Schlamm, was auf die Lage der Stadt an der Mündung von zwei Flüssen hinweist.

Kuala Lumpur liegt an der Mündung von drei wichtigen Flüssen: dem Klangfluss (Sungai Klang), dem Gombakfluss (Sungai Gombak) und dem Selangorfluss (Sungai Selangor), wobei die ersten beiden Flüsse die Hauptgewässer sind, die in der Stadt zusammentreffen.

Sie hat als Bergbaudorf begonnen, heutzutage ist die Stadt eine pulsierende Metropole, die überall zeigt, wie multi-kulturelles Zusammenleben funktionieren kann. Gebetshäuser von verschiedenen Religionen stehen nebeneinander. In den belebten Straßen mischen sich die Ethnien, viele Länder sind vertreten: Malaysien, Indien, China – nur hin und wieder sieht man westliche Menschen. Es ist ein Schmelztopf der Kulturen.

Architektonisch ist es eine Stadt der Gegensätze. Moderne Wolkenkratzer (darunter der zweit- und der neunthöchste der Welt) rahmen Gebiete ein, in denen noch die Strukturen der ehemaligen Dörfer zu sehen sind. Überall wo sich Platz fand, wurde begrünt, ein Kontrast zu dem Asphalt-Dschungel.

Die Geschichte von Kuala Lumpur

Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias, hat eine dynamische Geschichte, die im 19. Jahrhundert beginnt. Die Stadt wurde 1857 gegründet, als britische Minenarbeiter in das Gebiet kamen, um Zinn abzubauen. Die strategische Lage an der Kreuzung von Flüssen machte Kuala Lumpur schnell zu einem Handelszentrum. Die Stadt wuchs rasch, zog Einwanderer aus China, Indien und anderen Ländern an und wurde 1880 zur Hauptstadt des neu gegründeten Bundesstaates Selangor. Die britische Kolonialregierung entwickelte die Stadt weiter, indem sie die Infrastruktur ausbaute und sie in den frühen 1900er Jahren zur Hauptstadt von Malaya erklärte.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts erlebte Kuala Lumpur bedeutende Veränderungen, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, als Malaysia 1957 unabhängig wurde. Die Stadt wuchs schnell und entwickelte sich zu einem modernen urbanen Zentrum mit Wolkenkratzern, Einkaufszentren und kulturellen Einrichtungen. Die ikonischen Petronas Towers, die 1998 fertiggestellt wurden, symbolisieren den wirtschaftlichen Aufschwung und die Globalisierung Malaysias. Heute ist Kuala Lumpur eine vielfältige Metropole, bekannt für ihre multikulturelle Gesellschaft und als wichtiges wirtschaftliches und kulturelles Zentrum in der Region.

Es hat uns sehr gut gefallen, vor allem die Mischung der Kulturen stach heraus.
Auf unseren Entdeckertouren durch KL haben wir uns einige Highlights der Stadt angesehen.

Chinatown mit dem Jalan Petaling Markt

Wir wollten noch einige Souvenirs besorgen, daher machten wir uns gleich auf nach Chinatown. Wir müssten lachen, als wir dort waren, denn das Chinatown von KL ist fest in indischer Hand. Ich glaube, wir sahen keinen einzigen Stand, der nicht von Indern geführt wurde.

Der Markt ist eine der Sehenswürdigkeiten, die kein Reiseführer auslässt, entsprechend voll war er. Vom Angebot her ist er ein klassischer Touristenmarkt, mit Souvenirs in allen Formen und Farben. Der Essbereich liegt ungewöhnlicherweise nicht direkt im Markt, sondern ist ein Hawker Center in einer Seitengasse.

Sri Maha Mariamman Tempel

Gleich neben Chinatown liegt der Haupttempel der Hindis – habe ich schon erwähnt, dass Kuala Lumpur sehr multi-kulti ist?

1873 wurde er von einem reichen Kaufmann als Familientempel erbaut, später ist er in den Besitz der Stadt übergeben worden. Das Gotteshaus ist der Göttin Sri Maha Mariamman gewidmet, die als Beschützerin der Hindus verehrt wird und für ihre heilenden Kräfte bekannt ist.

Die Buddhisten sind schon wirklich gut, was das Verzieren von Tempeln angeht, aber die Hinduisten schlagen sie. Wer schon mal in einem Hindu-Tempel war, weiß was ich meine. Für alle anderen ist es schwer vorstellbar, wie viele Farben an so einem Ort zusammentreffen. Alles ist bunt. Diese Pracht an Bildern und Statuen erzählt oft religiöse Geschichten und Legenden der Vergangenheit.

Thaipusam Fest

Einer der Gründe, warum wir zu der Zeit in KL sein wollten, war, dass das Thaipusam Festival stattfand. Dabei handelt es sich um eine dreitägige Zeremonie, bei der die Pilger barfuß für 15 Kilometern einem Wagen mit einer Statue der Göttin folgen.
Die Prozession startet im Mariamman Tempel und endet bei den Batu Caves, einem Felsentempel, von dem ich später noch berichten werde. Dort wird gemeinsam gebetet und Opfergaben gebracht, danach geht es zu Fuß wieder zurück in die Stadt.
Es gibt Berichte, dass sich Strenggläubige beim Thaipusam Fest selbst verletzen, um ihren Glauben zu stärken. Solche Szenen haben wir nicht gesehen.

Um 21:00 Uhr sollte die Prozession starten und wir waren recht früh am Abend in der Nähe des Tempels. Wir konnten zwar den vorbereiteten Wagen und die Absperrungen schon sehen, aber sonst war noch nicht viel los. Also vertrieben wir uns noch etwas die Zeit. Beim Herumschlendern sahen wir schon große Zelte, in denen es später Verpflegung gab und eine Suppenküche, wo die Pilger Essen bekamen. An einer Tanz- und Trommlergruppe kamen wir auch vorbei. An dem Tag waren die Inder auf den Straßen deutlich in der Überzahl.

Gegen 20:00 Uhr kamen wir zurück zum Tempel und stellten uns zu den wartenden Menschen. Es waren kaum andere Touristen aus westlichen Ländern zu sehen. Es wurde wirklich voll in der Straße, wir hatten den Vorteil etwas größer als die meisten Inder:innen zu sein. Eine Stunde später begann die Prozession: der Wagen wurde beleuchtet, was ein erstes Raunen durch die Menge gehen ließ. Danach wurde die Figur der Göttin auf den Wagen gehoben. Eine Gruppe indischer Musiker führte den Zug an, nach dem Hauptwagen strömten die Gläubigen auf die Straße, um zu folgen. Dabei trugen sie ein kleines Fass auf dem Kopf, in dem Milch war, die bei den Batu Caves gespendet wurde. Einen kurzen Moment wurde mir sehr bewusst, wie viele Menschen sich gerade bewegten. Trotzdem waren alle sehr darauf bedacht, nicht zu drängeln und der Stau hat sich problemlos aufgelöst.

Die Prozession setzte sich gefühlt ewig fort und war sehr leise. Manchmal gab es Lücken, da die Pilger:innen vorher ihre Gaben im Tempel segnen lassen, aber bald kam die nächste Gruppe. Viele waren barfuß unterwegs. Gelb, die Farbe der Göttin, dominierte das Bild. Die Menschen trugen gelbe Gewänder und die Straßen waren in Gelb dekoriert.

 Wir beobachteten die Pilger noch eine Weile und während wir so saßen, begann beim chinesischen Tempel – der in der Nähe liegt – ein spektakuläres Feuerwerk. So ist KL: in der einen Ecke feiern sie (immer noch) Neujahr und ein paar Straßen weiter findet das bedeutendste religiöse Fest der Hindi statt.

Central Market / Pasar Seni

Einmal machten wir einen kurzen Abstecher zum Central Market oder Pasar Seni. Wir hatten davor nicht viel darüber gelesen und dachten aus Gewohnheit an die typischen asiatischen Märkte.

Doch der Central Market, einer der ältesten der Stadt, war herausgeputzt. Es ist eine schöne Markthalle, die Stände bieten höherwertige Waren an. Beim Durchschauen fanden wir Allerlei, was eine schöne Deko für zu Hause wäre. Auf der einen Seite gibt es dann noch eine Straße mit allerlei Essensständen, so wie immer bei Märkten.

Petronas Towers und Wassershow

Den Besuch der Brücke und der Aussichtsplattform der Petronas Towers, war eines der wenigen Dinge, die wir deutlich vorher buchten. Das Interesse an den Wolkenkratzern ist hoch und die Gruppen, die durchgeführt werden, sind klein, daher sind sie meist auf 2-3 Tage im Voraus ausgebucht.

Zuerst ging es auf die ikonische Brücke, die die beiden Türme auf einer Höhe von 172 Metern verbindet. Sie ist doppelstöckig, im ersten Stock dürfen die Touristen Sightseeing machen, im zweiten Stock quert das arbeitende Volk.  Bereits hier ist der Ausblick großartig. Damit auch wirklich jeder gute Fotos bekommt, gibt es zwei automatische Fotopoints. Ein Sticker am Boden zeigt an, wo man stehen soll und die Kamera auf der Decke löst automatisch aus. 

Der Höhepunkt war natürlich der Besuch der Plattform im 88. Stock. Der Ausblick ist grandios. Neben Fernrohren gibt es auch Stationen, zum Teil interaktiv, die über den Bau der Türme informieren. Nach 15 Minuten war die Zeit um, und wir fuhren wieder hinunter, dabei stoppte der Lift zuerst beim Souvenirladen. Bei einem Kitschfoto wurden wir schwach und kauften es. Gegenüber der Souvenirs gibt es noch drei Bildschirme, die Ausschnitte aus der Geschichte Kuala Lumpurs zeigen. 

Danach ging es ganz hinunter, nochmal durch einen Souvenir Shop durch und schon standen wir wieder vor den beeindruckenden Petronas Towers und schauten ihre 452 Meter hinauf. Sie sind noch immer die 9. Höchsten der Welt.

Mittlerweile hat die Stadt ein weiteres Wahrzeichen, den Merdeka 118. Ein Wolkenkratzer der ganze 679 Meter hoch ist und damit der zweithöchste der Welt. Bei unserem Besuch war der Tower schon fertiggestellt, aber noch nicht in Betrieb.

An einem Abend sahen wir uns die Wassershow vor den Petronas Towers an. Die Wassershow findet zweimal pro Abend statt. Zu zwei Liedern tanzen die Fontänen zur Musik und die Kulisse ist einfach prächtig.

Chow Kit Market

An unserem letzten Tag in der Stadt spazierten wir zum Chow Kit Market, der als größter Wet Market von Kuala Lumpur gilt. Wir haben es genossen in diesem Lebensmittelmarkt einzutauchen. Die Kaufleute bieten lautstark ihre Waren an, das Auge wird geflutet mit bunten Farben und Gerüche zeigen an, in welcher Abteilung man gerade ist. Wir bekamen zwei Kostproben geschenkt und ließen den Markt auf uns wirken. Wie schön wäre es, das auch in Österreich zu haben. Zumindest in den warmen Monaten für Obst und Gemüse und Trockenwaren. Denn obwohl auch Fleisch und Fisch sehr hygienisch, sauber und der Fisch immer gekühlt angeboten wird, wäre das bei unseren Hygieneauflagen undenkbar.

Gleich neben dem alten Markt steht die neue Markthalle. Großzügig gebaut, aber kein bisschen akzeptiert. Fast alle Läden stehen leer und es verirren sich kaum Kunden her. Kein Wunder bei dem pulsierenden, alten, gewohnten Markt nebenan.

Batu Caves

Nun aber zu den Batu Caves, dem Endpunkt der Pilger die am Thaipusam teilnehmen. Die Höhlen sind schon lange eine hinduistische Pilgerstätte, werden aber mittlerweile auch zum Ziel vieler Touristen. Der Platz rund um die Höhlen wurde in den letzten Jahren farbenfroh gestaltet, ebenso die Treppe, die zu den Batu Caves führt. Ich war begeistert von der farbenfrohen Anlage.

Wir waren eine paar Tage vor dem Fest dort und es waren nicht so viele Menschen unterwegs. Rund um waren viele Stände – wahrscheinlich fürs Fest – bereits aufgebaut. Bei den Stiegen und rund um die Tempel haben sich Makaken angesiedelt und versuchen Essen von den Besuchern zu stehlen.

Trotz der Hitze stiegen wir natürlich die 272 Stufen hinauf, um in die Caves zu kommen. Uns war nur heiß, einige Pilger gingen aber barfuß in der Mittagshitze die Stufen hinauf – und kühlten sich dabei auch immer wieder die Füße, damit sie sich nicht verbrannten.

Neben dem Haupttempel im Berg gibt es unten noch weitere Tempel. Wir schauten noch in jenen, der mit Tieren und einer Kunstgalerie angeschrieben war. War gut so, denn die Galerie war eine Hohle in der farbenfroh die Legenden des Hinduismus dargestellt werden. So eine Farbenpracht gibt es in Europa eher selten.

Glühwürmchen-Tour

Einen zweiten Ausflug machten wir auch noch von Kuala Lumpur aus, einen halben Tag ging es in die Region Selangor. Am Nachmittag besuchten wir den Tempel Sir Shakti Dhevasthanam Tempel. Eine schöne Anlage, die ein touristischer Hotspot werden möchte. Wir besichtigten ihn eine Viertelstunde, danach ging es weiter. Die nächste Station auf der Tour war der Malawati Hill. Er war wegen der guten Aussicht früher ein wichtiger strategiescher Punkt. Heute hat er seine Bedeutung verloren, und ist ein Revier der Affen. Und die ziehen Touristen an. Es leben zwei verschiedene Makakenarten an dem Ort und wir haben sicher 70 Affen in den 20 Minuten gesehen, die wir dort waren.

Danach ging die Fahrt weiter zum Fluss, und nach einem schnellen Abendessen stiegen wir in die Boote ein. Unseres hatte vier Motoren und echt viel PS. Rasant schnell ging es zu der Stelle, an der am Abend hunderte Glühwürmchen in den Pflanzen zu leuchten beginnen. Zuerst sahen wir nur vereinzelt welche, aber als es wirklich dunkel war, blinkte es wirklich überall. Ein wunderschöner Anblick.

Und kurz bevor wir mit dem Boot zurück fuhren, durften wir mit kleinen Netzen auch noch nach fluoreszierenden Plankton fischen. Da es leider zu regnen begann, war nicht viel davon im Wasser. Aber es was das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass wir dieses Phänomen sehen konnten.

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